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Edgar Bannas

geboren am 14. Oktober 1943 in Glogau
gestorben am 20. Juli 2026 in Rothenburg ob der Tauber

Mensch werden ist eine Kunst.

Novalis

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Kerze

Andreas Edgar Adam
entzündete diese Kerze am 6. September 2026 um 18.51 Uhr

Lieber Edgar.
Seit Menschengedenken warst du anunsere Seit deine Schwester meine Mutter, von uns gegangen ist.
Du wirst mir sehr fehlen. Du warst für mich wie ein Vater und Bruder, den ich jederzeit anrufen konnte, und Du standst mir mit Rat und Tat zur Seite. Er war ein Mensch und mein Schmerz ist unbeschreiblich groß.Obwohl du erst vor ein paar Monaten noch bei uns warst, hinterlässt deine Fordgehen eine Lücke, die niemand jemals füllen kann. In meinem Gedanken und in meinem Herzen bleiben du für immer Weiter.
Ruhe in Frieden
Andreas Edgar Adam

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Stimmungsbild

Stefan Thomsen Nordeck 1970-1975
schrieb am 17. September 2026 um 14.26 Uhr

Zum Abschied von Edgar
Manche Menschen begegnen uns im Leben – und manche Menschen begleiten uns.
Edgar war für mich einer dieser besonderen Menschen.

Edgar war Lehrer und Pädagoge aus Leidenschaft. Aber Lehrer zu sein war für ihn weit mehr als ein Beruf. Er sah den Menschen hinter dem Schüler, besonders dann, wenn dieser Mensch gerade selbst nicht wusste, wohin mit sich.

Er verstand die Nöte und Sorgen pubertierender Kinder. Er wusste, was es bedeutet, weit weg von zu Hause zu sein, manchmal ohne Halt, ohne vertraute Menschen, mit Ängsten, Wut, Sehnsucht und all den kleinen und großen Katastrophen, die das Erwachsenwerden mit sich bringt.

Von 1970 bis 1975 war Edgar für mich ein Stück weit Interimsvater. Ein wichtiger Anker in einer Zeit, in der ich ihn dringend brauchte. Er gab Halt, ohne einzuengen, und Orientierung, ohne den Zeigefinger zu heben.

Und wenn er davon überzeugt war, dass ein Kind Schutz und Unterstützung brauchte, dann konnte er sehr unbequem werden. Er legte sich mit der Heimleitung an, ebenso mit denjenigen im Kollegium, die er als Widersacher empfand. Nicht, weil er Streit suchte, sondern weil ihm die Kinder wichtiger waren als seine eigene Bequemlichkeit.

Dabei ging er nicht selten weit über seine eigenen Grenzen. Er rieb sich an seiner Aufgabe auf – bis hin zu körperlichen Folgen. Mehrere Magengeschwüre und schließlich die Entnahme des Magens waren ein bitterer Preis für ein Leben, in dem er sich immer wieder für andere eingesetzt hatte.
Doch Edgar war nicht nur der Kämpfer.
Er war Verständnis.
Er war Pädagoge.
Er war Freund.
Er war Vorbild.
Er war Tröster.
Und er war ein Mensch mit einem weichen Herzen, der in der Sache durchaus hartnäckig und unbeirrbar sein konnte.

Sein pädagogisches Wirken endete nicht mit Nordeck und auch nicht mit den 1970er-Jahren. In Marburg widmete er sich weiterhin Kindern und Schülern, insbesondere auch jungen Menschen aus dem Ausland. Er half ihnen, sich zurechtzufinden, anzukommen, sich zu integrieren und ihren Weg in schulische Bildung zu finden. Immer ging es ihm dabei um den Menschen.

Unvergessen bleibt mir die kleine Wohnung unter dem Dach bei Stelzenbachs in Nordeck. Was haben wir dort ausgeheckt! Wir lagen auf der Lauer, bereit, alles zu tun, was eigentlich verboten war. Und Edgar ging damit auf seine ganz eigene, spielerische Art um.

Ich sehe ihn noch vor mir, wie er eines Nachts mit uns „Ausstieg", um uns zu zeigen, dass das nun wirklich nichts Besonderes sei.
Natürlich musste er uns irgendwann auch beibringen, dass man vielleicht doch ganz gut ohne all diese Eskapaden im Steinbruch zurechtkommen kann.
So war Edgar.

Er konnte Grenzen setzen, ohne die Freude am Leben zu nehmen. Er konnte ernst sein, ohne den Humor zu verlieren. Und er konnte uns zeigen, dass Erwachsenwerden nicht bedeuten muss, das Kind in sich aufzugeben.

Als wir uns 2003 in Nordeck wiedersahen und auch in den Jahren danach, waren diese Begegnungen etwas Besonderes. Es war nie ein Zurückblicken von oben nach unten. Es war eine Begegnung auf innerer Augenhöhe – geprägt von echtem Interesse, Aufmerksamkeit und Verständnis.

Auch in seiner bescheidenen kleinen Wohnung am Gießelberg in Marburg war Edgar immer für ein Gespräch zu haben. Unsere langen Telefonate waren nie bloß Höflichkeitsgespräche. Er wollte wirklich wissen, mit wem man es zu tun hatte, was einen bewegte und was aus einem geworden war.
Maske und Fassade waren ihm fremd.
Vielleicht ist genau das eines der größten Geschenke, die er hinterlassen hat: das Gefühl, als Mensch gesehen zu werden.

Edgar hat in meinem Leben Spuren hinterlassen. Nicht nur Erinnerungen an Nordeck, an unsere Streiche, an Gespräche und an eine besondere Zeit. Er hat Gedanken und Haltungen mitgegeben, die mich in meiner Entwicklung begleitet und sicherlich auch ein Stück geprägt haben.

Von meinem elften bis zu meinem sechzehnten Lebensjahr war er ein wichtiger Anker.
Und solche Menschen verschwinden nicht einfach, nur weil sie nicht mehr da sind.
Sie leben weiter – in den Erinnerungen, in den Geschichten, die man erzählt, in den Gedanken, die man weiterträgt, und manchmal auch in dem, wie man selbst anderen Menschen begegnet.

Edgar bleibt für mich ein Teil meiner Geschichte.
Ein Teil meiner Jugend.
Ein Teil meines Erwachsenwerdens.
Und ein Mensch, der in meinem Herzen seinen Platz behalten wird.

Danke, Edgar.

Für deinen Mut.
Für deine Menschlichkeit.
Für deine Hartnäckigkeit.
Für deinen Trost.
Für deinen Humor.
Und vor allem dafür, dass du uns Kinder nicht nur unterrichtet, sondern gesehen hast.

Und irgendwo höre ich ihn jetzt noch sagen:
„Heuheueu, meine Herren …“
Was für ein wunderbarer Mensch du warst.
Ruhe in Frieden, lieber Edgar.

Der letzte Termin

Urnenbeisetzung mit Feier

Freitag, 18. September 2026 14.00 Uhr